Einblicke

Kein Turmalin gleicht dem anderen: Farbedelsteine aus Flensburg

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Turmalin ist kein einzelner Edelstein, sondern eine Mineralgruppe mit mehr als 30 anerkannten Arten. Deshalb kommt er in nahezu jeder Farbe vor.
  • Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 ist Turmalin härter als Gold und Silber und damit gut für jeden Tag geeignet. Gepflegt wird er schonend, mit lauwarmem Wasser statt im Ultraschallbad.
  • Viele Turmaline tragen Einschlüsse und Spannungsrisse, und ihre Farbe verändert sich je nach Blickwinkel. Auswahl und Ausrichtung des einzelnen Steins entscheiden über die Wirkung des fertigen Schmuckstücks.
  • In der Goldschmiede Trapez in Flensburg wird jeder Turmalin einzeln ausgesucht, von Hand gefasst und vorher in persönlicher Beratung besprochen.

Wenn Sie sich für Turmalin interessieren, geht es Ihnen vermutlich zuerst um die Farbe. Kaum ein anderer Edelstein deckt eine ähnlich große Spanne ab, von zartem Rosa über Waldgrün und tiefes Blau bis zu Schwarz. Diese Vielfalt entsteht allerdings nicht von selbst. Turmalin verlangt bei der Auswahl, beim Schliff und beim Fassen mehr Aufmerksamkeit als die meisten anderen Farbedelsteine. Genau dort beginnt die Arbeit in der Werkstatt am Flensburger Hafen.

Was ist Turmalin, und warum gibt es ihn in so vielen Farben?

Turmalin ist keine einzelne Edelsteinart, sondern eine Gruppe von Borsilikaten mit mehr als 30 anerkannten Mineralarten. Für die Farbe sorgen winzige Mengen eingelagerter Metalle. Eisen führt zu Grün und Blau, Mangan zu Rosa und Rot, Kupfer zum leuchtenden Blaugrün des Paraíba-Turmalins.

Der Name stammt aus dem Singhalesischen. „turamali“ bedeutet so viel wie Stein mit gemischten Farben. Über Jahrhunderte hielt man rote Turmaline für Rubine und grüne für Smaragde. Erst im 18. Jahrhundert wurden sie als eigene Mineralgruppe erkannt.

Nach Europa kam der Stein im Jahr 1703 mit niederländischen Händlern aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Auffällig war damals weniger die Farbe als eine Eigenart: Erwärmt zog der Kristall Asche an. Die Niederländer nannten ihn deshalb „ashentrekker“, zu Deutsch Aschenzieher.

Dahinter steckt die Pyro- und Piezoelektrizität, also eine schwache elektrostatische Aufladung durch Wärme oder Druck. Für Sie im Alltag heißt das vor allem eines: Turmalin zieht Staub an und möchte etwas häufiger gereinigt werden als andere Steine.

Welche Turmalin-Farben gibt es, und wie heißen sie?

Fast jede Farbe trägt einen eigenen Handelsnamen. Rosa bis Rot heißt Rubellit, Grün Verdelith, Blau Indigolith, Schwarz Schörl, Braun Dravit, farblos Achroit. Zeigt ein Kristall Grün außen und Rosa innen, spricht man vom Wassermelonen-Turmalin.

HandelsnameFarbe
RubellitRosa bis Rot
VerdelithGrün
IndigolithBlau
Paraíba-TurmalinNeonblau bis Türkisgrün, kupferhaltig
Wassermelonen-TurmalinGrün außen, Rosa innen
DravitBraun
SchörlSchwarz
AchroitFarblos

Der Paraíba-Turmalin wurde Ende der 1980er Jahre im gleichnamigen brasilianischen Bundesstaat entdeckt und zählt heute zu den teuersten Farbedelsteinen überhaupt. Die übrigen Varietäten stammen vor allem aus Brasilien, Mosambik, Nigeria, Namibia, Madagaskar, Pakistan, Afghanistan und Sri Lanka.

Turmalin gilt neben dem Opal als Geburtsstein des Monats Oktober. Das macht ihn zu einem naheliegenden Geschenk für einen Oktober-Geburtstag, ohne dass er dabei beliebig wirkt.

Ein Punkt wird selten erwähnt: Obwohl das Mineral verbreitet ist, sind saubere, gleichmäßig gefärbte und schleifwürdige Kristalle selten. Und anders als viele andere Edelsteine wird Turmalin bis heute nicht in nennenswertem Umfang synthetisch hergestellt. Was Sie in der Hand halten, ist also natürlich gewachsen.

Eignet sich Turmalin für einen Ring, den man jeden Tag trägt?

Ja, mit etwas Rücksicht. Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 liegt Turmalin oberhalb der Grenze, ab der von Edelsteinhärte gesprochen wird, und ist damit deutlich kratzfester als Gold oder Silber. Er hat keine ausgeprägte Spaltbarkeit, reagiert aber empfindlich auf starke Hitze und auf Ultraschallreiniger.

Wichtiger als die Härte ist bei diesem Stein sein Innenleben. Viele Turmaline zeigen Hohlkanäle, Trübungen oder Spannungsrisse. Für einen Ring, der täglich getragen wird, kommt deshalb nur ein Exemplar ohne oberflächennahe Risse infrage. Für Ohrschmuck oder einen Anhänger dürfen die Steine ruhig lebhafter sein.

Die Fassung entscheidet mit. Ein leicht versenkt gefasster Stein ist im Alltag besser geschützt als eine hoch aufgesetzte Krappenfassung, ohne dass Farbe und Lichtdurchlässigkeit darunter leiden müssen.

Zur Pflege genügt lauwarmes Wasser mit einer weichen Bürste. Bitte kein Ultraschallbad und keine lose Aufbewahrung neben härteren Steinen.

Worauf kommt es an, wenn eine Goldschmiede Turmalin verarbeitet?

Auf drei Dinge: die Auswahl des Steins, seine Ausrichtung und den Umgang mit Hitze. Turmalin zeigt seine Farbe nicht nach allen Seiten gleich. Derselbe Kristall wirkt aus der einen Richtung tief und leuchtend, aus der anderen blass oder fast schwarz. Wird er ungünstig geschliffen oder gefasst, geht genau die Farbe verloren, für die man ihn ausgesucht hat.

Deshalb muss der Rohkristall bewusst nach seiner Achse ausgerichtet werden. Zwei Steine aus demselben Kristall können danach spürbar verschieden aussehen. Beim Fassen setzt sich das fort, denn wie viel Licht von hinten in den Stein fällt, verändert seine Farbe noch einmal.

Hinzu kommt die Hitze. Wird in der Nähe eines gefassten Turmalins gelötet, können sich vorhandene Spannungsrisse öffnen. Sauber gearbeitet wird deshalb erst das Werkstück fertiggestellt und der Stein zuletzt gefasst.

Die Bezugsquellen für schöne Turmaline sind so vielfältig wie der Stein selbst. In mehr als 30 Jahren als Goldschmiedin hat Birgit Hanna Johannsen vertrauensvolle Verbindungen zu Edelsteinhändlern in Afrika, Sri Lanka und Brasilien geknüpft. Beim Einkauf zählen für sie neben Farbe und Reinheit vor allem die Menschen dahinter, also sichere Arbeitsbedingungen und faire Löhne.

Ergänzend dazu kommt die fachliche Seite. Am Deutschen Gemmologischen Institut in Idar-Oberstein hat sie sich in Edelstein-, Diamant- und Perlenkunde fortgebildet. Dieses Wissen entscheidet mit darüber, welcher Stein überhaupt in eine Fassung kommt.

Farben im Licht der Förde: Turmalin-Schmuck aus Flensburg

Farbedelsteine wollen im Tageslicht gesehen werden, weil sich ihre Wirkung mit dem Licht verändert. In der Goldschmiede Trapez am Harniskai 13, direkt im Robbe & Berking Museum in Flensburg, können Sie Steine in Ruhe nebeneinanderlegen und vergleichen, bevor Sie sich entscheiden.

Wer aus Flensburg, von der Förde, aus dem übrigen Schleswig-Holstein oder aus Dänemark anreist, findet hier echte Handarbeit vor Ort. Die Werkstatt ist Mi bis Sa von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Mo und Di nach Vereinbarung. Ein persönliches Beratungsgespräch, auch digital, ist jederzeit möglich.

Ein Stein für Ihre eigene Geschichte

Turmalin ist ein Stein für Menschen, die eine bestimmte Farbe im Kopf haben und dafür kein passendes Stück von der Stange finden. Als Verlobungsring, als Anhänger oder als individuell gestaltetes Schmuckstück zu einem Jahrestag.

Manchmal ist der Stein auch längst da. In vielen geerbten Schmuckstücken sitzt ein Turmalin, der seit Jahrzehnten in der Schatulle liegt. Dann steht am Anfang kein Kauf, sondern die Frage, wie dieser besondere Stein wieder zur Geltung kommt.

Kein Turmalin gleicht dem anderen. Deshalb beginnt jedes Stück mit einem Gespräch und mit einem Blick auf den Stein, nicht mit einem Katalog.

Lassen Sie uns Ihre Geschichte mit einem Turmalin erzählen. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.

Haben Sie weitere Fragen? Gerne berate ich Sie auch telefonisch: 0461 – 299 39.

Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden – ganz persönlich, keine automatisierte Antwort
Nach oben scrollen