Karat, Feingehalt, Mohshärte: Schmuckbegriffe kurz erklärt

Das Wichtigste auf einen Blick
- Karat hat zwei Bedeutungen. Bei Gold beschreibt es den Feingehalt, bei Edelsteinen das Gewicht. Das ist die häufigste Verwechslung überhaupt.
- Die Punze im Ring, etwa 585 oder 925, gibt an, wie viel Edelmetall in der Legierung steckt.
- Ein Brillant ist kein eigener Stein, sondern ein Diamant in einem bestimmten Schliff.
- Alle Begriffe hier sind so erklärt, dass Sie im Beratungsgespräch mitreden können, auch ohne Vorkenntnisse.
Im Gespräch über ein Schmuckstück fallen schnell Wörter, die sonst im Alltag nicht vorkommen: Feingehalt, Zarge, Rhodinierung. Wer nicht nachfragt, nickt und entscheidet trotzdem. Damit das nicht passiert, stehen in diesem Schmucklexikon die fünfzehn Begriffe, die in der Goldschmiede Trapez in Flensburg am häufigsten fallen, jeweils in zwei bis drei Sätzen erklärt.
Direkt zum Begriff:
Karat · Feingehalt und Punze · Legierung · Rhodinierung · Platin · Tantal · Recyclinggold · Fairtrade-Gold · Mohshärte · Brillant und Diamant · Die vier C · Cabochon und Facettenschliff · Fassung · Umarbeitung und Altgold · Ringweite

Was bedeuten Karat, 585 und die Punze im Ring?
Diese Angaben beschreiben, wie viel Edelmetall in einem Schmuckstück steckt. Reines Gold wäre zu weich für den täglichen Gebrauch, deshalb wird es gemischt. Wie viel Gold in dieser Mischung enthalten ist, steht als kleine Zahl im Ring, meist innen.
Karat
Karat bedeutet zweierlei. Bei Gold beschreibt es den Feingehalt in Vierundzwanzigsteln: 24 Karat sind reines Gold, 18 Karat entsprechen 750er Gold, 14 Karat entsprechen 585er Gold. Bei Edelsteinen dagegen ist Karat eine Gewichtsangabe, ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Ein Diamant mit einem Karat ist also nicht besonders rein, sondern schlicht 0,2 Gramm schwer.
Feingehalt und Punze
Der Feingehalt gibt an, wie viel Edelmetall in einer Legierung steckt, gemessen in Tausendsteln. 585 heißt also: 585 von 1.000 Teilen sind Gold. Die Punze ist der kleine Stempel, mit dem dieser Wert ins Schmuckstück eingeschlagen wird. 925 steht für Sterlingsilber.
Legierung
Reines Gold ist zu weich für Schmuck, der jeden Tag getragen wird. Deshalb wird es mit anderen Metallen gemischt, und diese Mischung heißt Legierung. Sie bestimmt zugleich die Farbe: Mehr Kupfer ergibt Rotgold, Silber und Palladium führen zu hellerem Gelbgold oder zu Weißgold. Welche Legierung zu Ihnen passt, klärt sich am besten am fertigen Ehering auf der Hand.
Rhodinierung
Weißgold ist von Natur aus leicht gräulich. Damit es strahlend weiß wirkt, wird es mit Rhodium überzogen, einem hellen Edelmetall. Diese Schicht ist hauchdünn und nutzt sich nach einigen Jahren ab. Der Ring wirkt dann wärmer und lässt sich in der Werkstatt neu rhodinieren.
Welche Materialien kommen außer Gold und Silber infrage?
Mehr, als die meisten erwarten. Neben Platin, das seit Langem für Trauringe verwendet wird, gibt es mit Tantal ein sehr seltenes Metall für Menschen, die etwas anderes suchen. Und beim Gold selbst stellt sich die Frage, woher es stammt.
Platin
Platin ist ein besonders dichtes und widerstandsfähiges Edelmetall, meist als 950er Legierung verarbeitet. Ein Platinring fühlt sich spürbar schwerer an als ein Goldring gleicher Form. Kratzer tragen kaum Material ab, das Metall wird nur verdrängt. Platin wird deshalb mit den Jahren matter, statt dünner zu werden. Mehr zu den Edelmetallen in der Werkstatt.
Tantal
Tantal ist ein sehr seltenes, dunkelgraues Metall, das nur wenige Goldschmieden verarbeiten, weil es hart und aufwendig zu bearbeiten ist. Es läuft nicht an und gilt als gut verträglich für die Haut. Warum so wenige damit arbeiten, steht ausführlich im Beitrag über Tantal.
Recyclinggold
Recyclinggold stammt aus bereits gefördertem Gold, etwa aus altem Schmuck oder aus der Industrie. Es wird eingeschmolzen und neu aufbereitet. Chemisch unterscheidet es sich in nichts von frisch gefördertem Gold, der Unterschied liegt allein darin, dass dafür kein neuer Abbau nötig war. Mehr dazu auf der Seite zum Schmuck aus Recyclinggold.
Fairtrade-Gold
Fairtrade-Gold kommt aus zertifizierten Kleinminen, für die feste Regeln zu Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und zum Umgang mit Chemikalien gelten. Die Minen erhalten einen Mindestpreis und eine zusätzliche Prämie. Anders als Recyclinggold wird es neu gefördert, aber unter nachprüfbaren Bedingungen. Näheres zu Fair Trade Gold.
Was sollte ich über Edelsteine und Diamanten wissen?
Vor allem drei Dinge: wie kratzfest ein Stein ist, wie er geschliffen wurde und woran man Qualität festmacht. Die Begriffe dafür klingen technisch, sind aber schnell erklärt und helfen dabei, den passenden Stein auszuwählen.
Mohshärte
Die Mohsskala gibt an, wie kratzfest ein Material ist, von 1 für Talk bis 10 für Diamant. Gold und Silber liegen bei etwa 2,5 bis 3, Turmalin bei 7 bis 7,5, Saphir bei 9. Als Faustregel gilt: Ab etwa 7 ist ein Stein für Ringe geeignet, die täglich getragen werden. Ein Beispiel dazu finden Sie im Beitrag über Turmalin.
Brillant und Diamant
Ein Brillant ist kein eigener Stein, sondern ein Schliff. Gemeint ist immer ein Diamant im Brillantschliff mit 57 Facetten. Andere Steine in derselben Form heißen deshalb nicht Brillant, sondern zum Beispiel Saphir im Brillantschliff. Wie ein Stein wirkt, sehen Sie am besten am fertigen Verlobungsring.
Die vier C
Die Qualität eines Diamanten wird über vier Kriterien beschrieben, die im Handel nach ihren englischen Anfangsbuchstaben die vier C heißen: Gewicht (Carat), Farbe (Colour), Reinheit (Clarity) und Schliff (Cut). Der Schliff wird dabei oft unterschätzt, denn er entscheidet darüber, wie viel Licht der Stein zurückgibt.
Cabochon und Facettenschliff
Ein Cabochon ist glatt gewölbt geschliffen, ohne Facetten. Diese Form betont Farbe und Zeichnung und wird vor allem bei undurchsichtigen Steinen gewählt. Beim Facettenschliff werden viele kleine Flächen angelegt, die das Licht brechen. Er eignet sich für durchsichtige Steine, wie sie oft in Anhängern und Ketten sitzen.
Welche Begriffe fallen, wenn ein Schmuckstück entsteht?
Wenn es konkret wird, geht es um drei Fragen: Wie wird der Stein gehalten, was passiert mit vorhandenem Schmuck, und wie findet man die richtige Größe. Die Antworten darauf entscheiden mit darüber, wie ein Stück später im Alltag getragen wird.

Fassung
Die Fassung ist der Teil des Schmuckstücks, der den Stein hält. Bei der Zargenfassung umschließt ein Metallrand den Stein vollständig, das schützt ihn im Alltag. Bei der Krappenfassung halten kleine Krallen den Stein, sodass mehr Licht hineinfällt und er höher sitzt. Welche Fassung passt, hängt vom Stein und vom Alltag ab und wird beim individuellen Schmuckstück gemeinsam entschieden.
Umarbeitung und Altgold
Bei einer Umarbeitung entsteht aus vorhandenem Schmuck ein neues Stück. Das Gold wird eingeschmolzen oder verrechnet, Steine werden aus der alten Fassung gelöst und neu gefasst. So bleibt vom Erbstück nicht nur die Erinnerung, sondern das Material selbst erhalten. Beispiele dafür zeigt die Seite zum Erinnerungsschmuck.
Ringweite
Die Ringweite ist der Innenumfang eines Rings in Millimetern. Größe 54 bedeutet also 54 Millimeter Umfang. Finger schwanken im Tagesverlauf, deshalb wird am besten nachmittags gemessen und nicht bei Kälte. Breite Ringe sitzen enger als schmale und brauchen oft eine halbe Größe mehr. Gemessen wird beim Termin für die Eheringe ohnehin vor Ort.
Kein Begriff muss vorher sitzen
Diese Liste ist kein Pflichtstoff vor dem ersten Termin. Sie soll nur dafür sorgen, dass niemand mitnickt, wenn ein Wort fällt, das er nicht kennt. Fragen Sie im Zweifel einfach nach, das ist der schnellere Weg als jedes Lexikon.
Und wenn Ihnen ein Begriff fehlt, sagen Sie gern Bescheid. Dann wandert er in diese Liste.
Lassen Sie uns Ihre Geschichte in Gold und Silber erzählen. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.

